Die Welt sagt: „Alles haben die Briten vom Meer und auf dem Meer gelernt: Liberalität, Selbstständigkeit, Unsystematik, Risikobereitschaft. Und die Abneigung gegen die Gefangennahme der Zukunft durch Entscheidungen, die ein Zurück ausschließen. Auch der britische Stoizismus, die Kaltblütigkeit im Anblick der Gefahr, verdankt sich den Erfahrungen auf dem Meer.

Ernst Jünger schrieb einmal in seinem Tagebuch aus dem Zweiten Weltkrieg, den „Strahlungen“, charakterologisch habe der Engländer dem Deutschen gegenüber „den Vorteil des Phlegmatikers gegenüber dem Sanguiniker und sachlich den des Seemannes gegenüber dem Landmann. Seefahrendes Volk ist an größere Schwankungen gewöhnt.“

Besser lässt sich die Eigenart der Briten nicht erklären. Seefahrendes Volk ist an größere Schwankungen gewöhnt. Das heißt: auch an größere Bereitschaft für das Unerhörte – und sei es der Austritt aus der Europäischen Union. Keine Variante von „deutscher Angst“ beunruhigt die Falten ihres Gemüts. Auf die Diplomatie übertragen, wird aus maritimer Geschichte ein Denken in Opportunitäten, denen man sich einmal öffnet, sich ihnen dann wieder verschließt. Das stiftet eine ganz eigene Kontinuität – die Kontinuität der Skepsis.“


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