Holding-Gesellschaften eignen sich hervorragend zur Steuergestaltung. Gerade innerhalb der EU genießen Holding-Gesellschaften viele steuerliche Vorteile.


Zunächst einmal kann über eine Holding der Zeitpunkt der Besteuerung mindestens zum Teil gesteuert werden. Besitzen Sie z.B. eine GmbH müssen die Gewinne am Jahresende an die Gesellschafter ausbezahlt werden. Eine Thesaurierung der Gewinne ist in der GmbH nicht zulässig. Dies hat zur Konsequenz, dass der Gesellschafter (wenn es sich um eine natürliche Person handelt), unweigerlich Kapitalertragssteuer (in Deutschland Abgeltungssteuer 25%) auf die Gewinne bezahlen muss.


Gehört die GmbH aber einer EU-Holding, können die am Sitzstaat der GmbH versteuerten Gewinne abzugsfrei an die Holding ausgeschüttet werden. Wie Sie dann die Gewinne in der Holding verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Sie können diese ausschütten, reinvestieren oder in der Holding thesaurieren. Entscheidend ist, dass Sie die Kontrolle haben.


Innerhalb der EU gilt die EU-Mutter-Tochter-Richtlinie. Diese bewirkt, dass Gewinne zwischen EU-Gesellschaften steuerfrei vereinnahmt werden können, solange die Holding maßgeblich an der Tochtergesellschaft beteiligt ist.


Somit eignet sich eine Zwischen-Holding auf Zypern oder Malta zum Beispiel dazu, Gewinne aus Nullsteuerländern zu vereinnahmen, da diese in der Holding auf Malta oder Zypern nicht mehr nachbesteuert werden. Von der Malta- oder Zypern-Holding aus können die Gewinne dann steuerfrei an eine Holding-GmbH ausgeschüttet werden. In Deutschland kennt man zwar das Schachtelprivileg (5% des Holding-Umsatzes müssen mit deutscher Körperschaftsteuer versteuert werden), nichtdestotrotz ergibt sich selbst damit nur ein Steuersatz von 1%. Sind sie selbst Gesellschafter der Zwischenholding, müssen Sie Kapitalertragssteuer (in Deutschland Abgeltungssteuer 25%) auf die an Sie ausgeschütteten Gewinne bezahlen.


Selbst eine englische Holding hat Vorteile (allerdings nicht mit Tochtergesellschaften in Niedrigsteuerländern). In England gibt es keine Quellensteuern für ins Nicht-EU-Ausland abfließende Dividenden. Eine UK-Holding kann so eine GmbH besitzen, die Dividenden der GmbH steuerfrei vereinnahmen und an ausländische Gesellschafter (selbst Offshore-Gesellschaften) ausbezahlen.


England kennt seit 2009 außerdem ein Holding-Privileg. Dies bedeutet, dass Dividenden aus Staaten, die ein DBA mit England unterzeichnet haben, in England nicht mehr nachbesteuert werden. Dies kann vor allem bei Nicht-EU-Beteiligungen interessant sein, wenn man also auf die EU-Mutter-Tochter-Richtlinie nicht zurückgreifen kann.



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